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PRIVATE ERFAHRUNGEN

Über die erfolgreiche Haltung von Doktorfischen
von Andreas Grycko

Weißkehl Doktorfische werden von der Mehrheit der Aquarianer als die schönsten aller Doktorfische angesehen. Gleichzeitig gelten sie jedoch in ihrer Haltung als die heikelsten Pfleglinge von allen. Dies ist aber nur die halbe Wahrheit. Seine schöne Farbe, die perfekte Körperform und sein überaus interessantes Verhalten werden ihm häufig zum Verhängnis denn gerade Anfänger werden von ihm verzaubert. Vor vielen Jahren hat es auch mich erwischt. Es war der Anfang meiner Salzwasserleidenschaft und mein 700 Liter-Aquarium mit gemischten Stein- und Weichkorallen Bestand lief bereits seit einem Jahr ohne größere Probleme. Trotz der Gewissheit dass dieser Fisch schwer haltbar sein würde, entschied ich mich ihn zu kaufen. Hin und hergerissen zwischen mehreren gesund aussehenden Exemplaren entschied ich mich für einen Halbwüchsigen. Meine Frage zur Haltung wurden leider nur halbherzig beantwortet. Im Nachhinein glaube ich, dass der Verkäufer nicht wirklich über grosse Erfahrung in der Haltung von Weißkehl Doktorfischen hatte aber eben etwas sagen musste. Nach drei Stunden Eingewöhnung per Tröpfchen-Methode setzte ich den Neuankömmling ins Aquarium. Meine Befürchtungen bezüglich der Aggressivität der übrigen Beckeninsassen (Zebrasoma flavescens und Zebrasoma xanthurum), bestätigten sich Gott-sei-Dank nicht. Mein Traumfisch schwamm munter umher, ging ans Futter und alles schien in Ordnung zu sein. Nach einer Woche kam es jedoch zum Ausbruch von Cryptocarion und trotz einer medikamentösen Behandlung von ca. 6 Wochen, verlor ich meinen gesamten Fischbestand. Nach diesem herben Rückschlag überlegt ich lange wie es weitergehen sollte. Auf ihn verzichten oder weitere Versuche mit ungewissem Erfolg durchführen? Ich entschied mich für die zweite Variante. Das war der Anfang. In den folgenden fünf Jahren hielt ich in einem neuen 1000Liter Aquarium noch zwei weitere Exemplare mit wechselndem Erfolg, aber schon beim zweiten Versuch sammelte ich sehr wichtige Erkenntnisse, die mich letztendlich zu einer Langzeitstudie motivierten mit dem Ziel allen Acanthurus-Arten bei ihrem schwierigen Aquarienleben zu helfen.

Als Stammbesatz hielt ich den Zebrasoma flavescens, Zebrasoma xanthurum, Chelmon rostratus, Chelmon loricula und paar weitere kleine Fische. 

Um herauszufinden, welche Faktoren für den Doktor unzuträglich sind, musste ich nach und nach einzelne Änderungen vornehmen und diverse Versuche durchführen. Ich testete und wechselte unterschiedliche Futtersorten, Salzmarken, Vergesellschaftung mit anderen Fischen und Korallen, Beleuchtungsart und Dauer, Wasserfiltrierung und Vieles mehr. Jedes Mal mit mindestens einem Monat Wartezeit unter ständiger Beobachtung. Bei stärkeren Parasitenbefall wurde der Doktorfisch mit Hilfe einer Fischfalle heraus gefangen und in einem 300-Liter-Quarantänebecken untergebracht bis er sich auskuriert hatte. Bei leichtem Parasitenbefall wurde lediglich ein Teil-Wasserwechsel vorgenommen, das Licht reduziert und keine Spurenelemente mehr  zugegeben. Es war ein ständiges hin und her.  Mal besser, mal schlechter. Nach fünf Jahren starb leider auch mein dritter Weißkehl , aber nicht umsonst!  Viele würden die bisherige Pflege als Erfolg werten. Ich war anderer Meinung und Ursache meiner Misserfolge -so wie ich es sah- näher gekommen:

Durch reichliche Fütterung waren die steigenden Nitratwerte allein mit dem Berliner System nicht in den Griff zu bekommen. Daher nahm ich gelegentlich den Schwefel-Nitratreaktor in Betrieb. Ich vermutete, dass der Nitratreaktor für viele plötzlich auftretende Verschlechterungen verantwortlich war. Voll der Hoffnung habe ich den vierten Weißkehldoktor gekauft. Nach 10 Wochen Quarantäne kam er ins Hauptbecken, mit der bereits erwähnten Stammbesatzung. Er lebt bis heute kerngesund, inzwischen über 6 Jahre!

Was war diesmal anders? 

Bislang wurde der Einfluss von starker HQI Beleuchtung, Spurenelementen und Nitratreaktor noch nicht eindeutig untersucht.
Meinen Beobachtungen zu Folge habe ich drei Parameter drastisch verändert: 

  • HQI Lampen wurden durch T5 ersetzt
  • Der Nitratreaktor wurde entfernt
  • Die Dosierung von Spurenelementen, Jod und Strontium wurde komplett abgestellt

Mit diesen Änderungn lief das Aquarium eineinhalb Jahre mit monatlich 5-8% Wasserwechsel übrigens ohne einen einzigen Parasitenbefall. Zur Gesellschaft kam noch ein Naso lituratus, Acanthurus pyroferus und Pomacanthus navarchus hinzu. Letzteren musste ich leider nach vier Monaten wegen seiner Vorliebe für Korallen wieder abgeben. Alle Fische waren in Top-Form. Lediglich die Steinkorallen fingen an, langsam das Gewebe zu verlieren. Eigentlich hatte ich bereits auf diese Aneichen gewartet. Mit größter Vorsicht fing ich wieder an Spurenelemente, Jod und Strontium zu dosieren, jedoch nur die Hälfte der laut Hersteller nötigen Dosierung. Nach zwei Tagen zeigte der  Weißkehl wieder die ersten Pünktchen. Weitere Parasiten zeigten sich auf den Flossen vom Chelmon rostratus und Chelmon loricula. Ich stellte die Zugaben ein wartete ab. Nach sieben Tagen normalisierte sich wieder alles. Um einen Zufall eindeutlich auszuschließen, wiederholte ich diesen Versuch noch vier mal. Es zeigte sich jedes Mal das gleiche Ergebnis. 

Der weitere Verlust von Steinkorallen war nicht mehr zu bremsen. Bei Nitrat Werten von 60mg/l war auch nichts anderes zu erwarten. Dagegen haben die Weichkorallen und Caulerpa Algen mit bis jetzt noch nicht gezeigtem Wachstum reagiert. Langsam wurde aus meinem gemischten Stein- und Weichkorallen Aquarium ein reines Weichkorallen Becken. Ich entschied mich ein neues Aquarium zu bauen. 1200 Liter sollten den Fischen genügend Schwimmplatz verschaffen. Der Umzug verlief ohne Zwischenfälle und Verluste. Der Naso und der Schokoladen-Doktor kamen zurück zum bekannten Verkäufer, da sie beide mit der Zeit zu groß geworden waren. Ihren Platz nahm nach acht Wochen Quarantäne ein Acanthurus achilles ein. Es dauerte sechs Wochen bis der Weißkehl ihn endlich akzeptierte. Heute leben alle Fische friedlich zusammen. Seit dem Tag, an dem ich die Dosierung von Spurenelementen, Jod und Strontium komplett eingestellt habe, sind bis heute mehrere Jahre vergangen. Vor einem halben Jahr wurde auch die UV Entkeimungs-Lampe ausgeschaltet. An der Gesundheit meiner „Problem-Fische“ hat sich nichts geändert. Die Bilder auf dieser Seite zeigen den jetzigen Korallenbestand. 70% davon sind Nachzuchten wenn man in diesem Fall von Nachzuchten sprechen kann. Die Weichkorallen haben sich ohne meine Hilfe bei relativ schwachem Licht und ohne die Zugabe von Spurenelementen selbständig vermehrt. Wie diese Tatsache zu erklären ist, sollte man vielleicht mal die Hersteller der Spuris fragen. Ich möchte an dieser Stelle nicht die Aussage treffen, dass generell jede Zusatzkomponente schädlich ist. Gute Erfolge der Korallenzüchter zeigen den positiven Einfluss von Zusätzen auf das Wachstum von Steinkorallen. Es ist aber auch Tatsache, dass in meinem Fall ohne die Zugabe von Spurenelementen und ohne den Einsatz von Nitrat Filtern wesentlich bessere Ergebnisse erziehlt werden konnten.

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